Sonntag, 5. Juli 2015

03.07. Ausflug nach Troja und Reiseplanung

Gestern Abend haben wir noch in einem Restaurant zu Abend gegessen und dabei das ein oder andere Bier getrunken. Beim anschließenden 20000 Spielen wurde es noch feucht fröhlicher und wir kamen recht spät ins Bett, was nicht ganz so günstig war, da Edith, Sven und Ich heute Troja besuchen wollen. Obwohl wir etwas tiefer ins Glas geguckt haben, kommen wir früh aus den Federn und wir bekommen den Bus um 1030. Dass Bus Fahren hier ein bisschen anders läuft, als bei uns, ist uns ja bereits auf unserer Rückfahrt von Istanbul nach Güzelce aufgefallen. Auch diesmal ist es wieder ein kleiner Bus, der zu Beginn der Fahrt voll mit Touristen, aber auch Einheimischen ist.



Hier bezahlt man erst, wenn man aussteigt und das ist gerne auch mal woanders, als an einer Bushaltestelle. Obwohl der Bus so voll ist, ist keiner genervt, sondern jeder bietet ganz selbstverständlich Älteren, Frauen und Kindern seinen Sitzplatz an. Dieses höfliche Verhalten vermisst man bei uns nur all zu oft.

Die ca. 40 minütige Fahrt vergeht beim Betrachen der schönen grünen Landschaft recht schnell. Wir kommen zügig aus der Stadt raus in weitaus ländlichere Gebiete. Überall sind Olivenbaum-Plantagen, Felder und Oleandersträucher in der hügeligen Gegend verteilt.

Troja liegt mitten in den Feldern in der Nähe eines kleinen Dorfes. Wir bezahlen 20 TL pro Person für den Eintritt und noch mal jeweils 10 TL für den Audio-Guide. Das macht ca. 10 Euro für alles zusammen für jeden von uns, der Preis geht wirklich in Ordnung.


Das "Trojanische Pferd" in Troja
Das Gelände ist groß und was es alles zu entdecken gibt, ist
wirklich sagenhaft. So viele Jahrtausende Geschichte auf einem Fleck versammelt, das hat mich sehr beeindruckt.

Wir verbringen dort ungefähr 2 1/2 Stunden und erfahren vermutlich nur einen Bruchteil über diese geschichtsträchtige Stadt. Alles hier zu beschreiben, würde sicherlich zu weit führen, darum lasse ich an dieser Stelle mal die Bilder für sich sprechen.
 




Im Trojanischen Pferd
Das alte Stadttor










Wir kehren gegen 1600 nach Canakkele und zum Boot zurück. Helmut ist noch dabei ein paar Dinge auf dem Boot in Ordnung zu bringen. Unter anderem gibt es Probleme mit einer Batterie, welche wir schon in Güzelce aufgefüllt hatten. Trotzdem hatte sie eine zu geringe Ladekpazität, weshalb sich Helmut entschied, sie auszutauschen. Sicher ist sicher. Denn wir würden nur ungern auf einen laufenden Kühlschrank verzichten, da wir auch das ein oder andere Mal ankern wollen.

Helmut bestellt also über die Marina eine Batterie, die aber frühestens am nächsten Mittag, aber eher nachmittags geliefert werden kann. Das heißt für den nächsten Tag, dass wir nicht, wie geplant, am Morgen weiterreisen können. Bei der weiteren Planung wird klar, dass es am sinnvollsten wäre, morgen Nachmittag oder Abend, sobald die Batterie da ist, eine Nachfahrt nach Kücükkuyu zu starten, was ungefähr 85 nm entfernt ist. Wir nutzen den restlich Tag also dazu, um einen großen Einkauf zu machen. Edith ist von dem Ausflug noch geschafft und bleibt solange auf dem Boot. Auf der Suche nach einem Supermarkt finden wir einen tollen Park, der mit großen, schattenspendenden Bäumen bewachsen ist. Hier kann man sich etwas von der direkten Sonneneinstrahlung erholen. Canakkele ist wirklich eine abwechslungsreiche und aufregende Stadt.

Am Abend kochen wir dann das erste Mal an Bord zusammen. Es gibt Nudelauflauf und wir essen oben an Deck, von wo aus wir einen tollen Blick auf die Promenade (mit dem "echten" Trojanischen Pferd aus dem Film mit Brad Pitt) und die Dardanellen haben. Auch ansonsten läuft der Abend sehr ruhig.

Samstag, 4. Juli 2015

02.07. - Überfahrt von Marmara nach Canakkele

Track Marmara-Canakkele 64,2 nm in 11h

Die Nacht war so entspannt, wir der Abend, den wir in Marmara verbracht haben. Wir kommen gut aus den Federn und diesmal schaffen wir es, nach einem kurzen Frühstück, die geplante Zeit für die Abfahrt einzuhalten. Um 0800 machen wir die Leinen los und um 0815 können wir bereits den Motor ausmachen, denn wir haben genug Wind zum Segeln.


 Bei Sven und mir setzt ein leicht flaues Gefühl im Magen ein, welches wir aber durch kleine Mahlzeiten und etwas Liegen in den Griff bekommen. Gott sei Dank! Da der Wind zunächst nicht ganz so stark ist, entscheiden wir uns den Blister zu setzen. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten steht das Segel ganz gut, doch bereits nach 20 Min. nimmt der Wind bis auf 14 Knoten zu, weshalb wir den Blister wieder einholen müssen. Wir lassen ihn aber hängen und Sven befestigt ihn so am Mast, dass er nicht stört, aber für einen weiteren Einsatz leicht zugänglich ist.

Um 1000 messen wir wieder die Luft und Wassertemperatur. Die Lufttemperatur liegt bei 25 ºC und die Wassertemperatur bei 22 ºC.
Helmut macht Notizen
Insgesamt ist hier schon einiges los. Wir sehen viele große Frachter und Passagierschiffe, die mit großer Geschwindigkeit im Verkehrstrennungsgebiet unterwegs sind. Von diesem Gebiet halten wir uns schön fern, solange wir es können.

Verkehr in den Dardanellen

Der Wind flaut wieder etwas ab und wir setzen um 1120 den Blister. Direkt werden wir einen Knoten schneller. 20 Minuten später müssen wir unseren Kurs verändern und da der Wind es zulässt, setzen wir den Blister auf Steuerbord um und fahren eine Halse. Mit Blister macht man das nicht so häufig, dennoch klappt das Manöver, das wir so zum ersten Mal fahren, reibungslos.

Wir sind zwar nicht sehr schnell unterwegs, aber dafür sehr gemütlich und wir sind alle sehr entspannt. Dann werden wir um 1225 alle aufgescheucht. Sechs Delfine statten uns einen kurzen Besuch ab. Diesmal ist Sven schnell genug und kann ein paar Schnappschüsse von diesen schönen Tieren machen. Wir sind ihnen aber wohl nicht schnell genug, denn schon bald ziehen sie weiter. Kurz darauf müssen wir auch den Motor wieder starten. 

 

Ich hatte mich etwas hingelegt, werde aber wach, als Sven hektisch seine Kamera aus der Kabine holt. Am europäischen Ufer können wir Detonationen beobachten, deren Knall und Druckwelle deutlich zu hören und auch zu spüren sind. Wir haben keine Idee, was da genau passiert.

Eine weitere Kuriosität bekommen wir wenig später zu sehen: Ein riesiger Frachter, vermutlich ein Gas- oder Öltanker, liegt in der Nähe des asiatischen Ufers vor Anker. Als wir ihn mit den Ferngläsern genauer betrachten, sehen wir, dass er beschädigt ist. In der Mitte des Tankers ist eine riesige Einbuchtung, eine Schneise der Verwüstung zu sehen, die auf eine Kollision mit dem Bug eines großen Schiffes schließen lässt. Natürlich sind die viel befahrenen Dardanellen für diese großen Pötte recht eng, dennoch fragt man sich, wie so ein Unfall trotz der ganzen Sicherheitssysteme passieren kann. Da muss mehr als eine Person ganz schön gepennt haben.


Die restliche Fahrt verläuft ruhig. Eine Zeit lang können wir die Genua zur Motorunterstützung nutzen.

Um 1830 legen wir im Hafen von Canakkele an. Wir bekommen einen tollen Platz direkt am Hafenbüro. Auch das Anlegen klappt wieder ohne Probleme. Jetzt werden wir den Abend mit einem Spaziergang und einem netten Essen an der Uferpromenade ausklingen lassen. Und morgen steht dann für Edtih, Sven und mich die Besichtigung von Troja auf dem Plan.

Freitag, 3. Juli 2015

01.07. - Auf geht´s nach Marmara


Güzelce - Marmara 52,1 nm in 10 h

Wir stehen recht früh auf, da wir um 0800 abfahren wollen. Weil es die erste Fahrt ist, dauert es aber noch etwas länger, das Boot seetauglich zu machen. Die Fahrräder binden wir an der Reling fest und auch die Gangway wird so verstaut. Um 0825 heißt es dann aber endlich „Leinen los!“.

An sich zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite. Es ist nicht ganz so diesig, wie die Tage zuvor, und die Sonne ist schon am Morgen sehr intensiv. Das merken wir vor allem so sehr, weil leider kaum Wind geht. Das heißt natürlich, dass wir erst mal unter Motor fahren müssen.

Um 1000 beschließt Sven den ersten Wasserkontakt aufzunehmen. Er setzt sich auf die Badeplattform und lässt die Füße im Wasser baumeln. Bei der Gelegenheit messen wir direkt mal die Luft- und Wassertemperatur: Lufttemperatur 27°C, Wassertemperatur 23°C. Das lässt sich gut aushalten. Gegen halb 11 legen sich Helmut und Sven etwas hin und ich übernehme das Steuer. Die Fahrt verläuft ruhig und Edith und ich beobachten immer mal wieder die vorbeikommenden Schiffe durch das Fernglas.

Als wir ca. vier Stunden unterwegs sind, besuchen uns bereits die ersten Delfine. Das Vergnügen ist zwar nur von kurzer Dauer, so dass wir es nicht schaffen Fotos zu machen, aber es bietet einen kleinen Vorgeschmack auf das, was vielleicht noch kommen wird.

Als es auf 1700 zugeht, bekommen wir endlich etwas Wind, so dass wir um 1655 die Genua und kurz darauf auch das Groß rausholen können. Der Wind kommt direkt von hinten und ist nicht sehr stark, weshalb es sich anbietet, einen Schmetterling zu fahren. Um 1705 machen wir den Motor aus und wir segeln......schön! Direkt wird es ruhiger ohne das Motorgeräusch und man hört nur noch den Wind und das seichte Rauschen der Wellen. Ich übernehme das Steuer und muss mich zunächst noch richtig konzentrieren, den nicht ganz einfachen Kurs zu fahren. Doch schon bald gewinne ich Sicherheit und wir nehmen mehr Fahrt auf als unter Motor.


Wir segeln ungefähr eine Stunde, dann ist unser Zielhafen bereits in Sicht, Marmara, ein kleines Fischerdorf auf der gleichnamigen Insel Marmara. Wir machen uns für das Anlegemanöver bereit: Fender ausbringen, Heckleinen und Bootshaken bereitlegen. Da es in dem Hafen keine Mooringleinen gibt, muss man mit dem Buganker und Heckleinen zum Steg anlegen. Das ist für mich das erste Mal, dass ich dieses Anlegemanöver mitmache und ich bin dafür zuständig, den Anker auszubringen. Am Steg wartet schon der Hafenmeister auf uns und hilft beim Anlegen. Das Manöver klappt perfekt und wir haben Ruck zuck festgemacht. Bereits um 1830 trinken wir unser erstes Anlegerbier.


Die Seahorse im Hafen von Marmara

Der Anblick, der sich uns bietet, ist eine Mischung aus minimalistischem Tourismus und Fischerhafen. Wir liegen direkt an der Promenade und sehen einem Fischer dabei zu, wie er Netze vorbereitet. Auch hier gibt es viele streunende Katzen, die meisten davon sehen aber recht gut genährt aus. Wir starten zu einem kleinen Spaziergang. An der Uferpromenade wechseln sich kleine Restaurants, Bars, Shops, Obst-/Gemüsehändler und Lebensmittelhändler ab. Etwas weiter entdecken wir kleine Strände mit einer tollen Aussicht aufs Meer.
Strand von Marmara
Helmut und Edith

Leider sind die Strände, die teilweise nur ein paar Meter von kleinen Bars entfernt sind, etwas vermüllt. Das trübt leicht die romantische Kulisse, was der angenehmen Gesamtstimmung aber keinen Abbruch tut.
Die ganze Crew
Als wir uns auf den Rückweg und damit auch auf die Suche nach einer Möglichkeit zum Abendessen machen, werden wir von einem Mann angesprochen. Er spricht Deutsch und lädt uns dazu ein das Restaurant in seiner Hotelbar auszuprobieren. Das Hotel und die Bar liegen direkt am Hang und sind verschnörkelt darin verwoben.

 Wir sind von der Vorstellung angetan, mit diesem Ausblick unser Abendessen zu genießen und dazu servieren sie Efes vom Fass.Unter Feigenbäumen und rankendem Wein erklimmen wir den Weg nach oben und der Weg hat sich gelohnt. Die Aussicht ist sagenhaft! Außerdem ist alles ganz urig und gemütlich hergerichtet.


Der Tisch, an den wir uns setzten, ist aus Marmor, sicher aus einem naheliegenden Steinbruch. Alles passt zusammen. Wir bestellen uns verschiedene Fischgerichte, die in eher kleinen Portionen serviert werden, aber es schmeckt und das Personal ist sehr zuvorkommend.
Wir genießen unser Essen, während eine kleine Katze unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sie tollt in einem kleinen Beet herum, als würde sie etwas ganz Großes erlegen. Wir sind entzückt. Mit der Zeit kommt das Tier auch näher und und lässt sich von Helmut und Sven beschmusen und in kleine Kämpfe verwickeln. Vor allem Sven hat einen Narren an ihm gefressen.

Unser Rückweg führt uns durch ein paar Gassen. Auch hier wirkt der Ort einfach nur sympathisch.Wer einmal seinen Urlaub ganz ruhig und entspannt verbringen möchte, der ist hier genau richtig.

30.06. - Die letzten Vorbereitungen vor der Fahrt

Nachdem wir gut geschlafen und entspannt gefrühstückt haben, nutzen wir den Tag dazu, das Boot für die Fahrt vorzubereiten. Morgen soll es dann auf die erste Fahrt nach Marmara gehen.

Edith und ich nutzen die leider nicht sehr ansehnlichen Sanitäranlagen für eine heiße Dusche. In der Zeit macht Sven für uns die Fahrräder fit, mit denen wir dann den Einkauf erledigen wollen.

Der Supermarkt, den wir aufsuchen, ist gut sortiert und hat alles, was wir benötigen. Die Mitarbeiter sind amüsiert über uns Touristen, helfen uns aber natürlich beim Abwiegen unseres Gemüses. Alle sind sehr entspannt und freundlich. Wir gönnen uns noch ein leckeres Eis aus der Kühltruhe, das haben wir uns schon mal verdient.

Als wir wieder am Boot ankommen, sind die Männer schon ein ganzes Stück voran gekommen. Der neue Charter-Plotter Raymarine C70 wurde eingebaut und alles ans Laufen gebracht. Helmut hat das Getriebe gesäubert und Sven hat es mit Öl befüllt, welches wir aus Deutschland mitbringen mussten. Die Liste der weiteren Arbeiten könnte ich hier noch weiter führen. Vom Einbau des Funkgeräts über die Einbindung des Plotters bis zu den Säuberungsarbeiten. Doch um euch nicht damit zu langweilen, beschränke ich mich jetzt auf mein Highlight des Tages.

Da das Decklicht nicht funktioniert, das sich direkt unter dem Radar am Mast in ca. 9 Metern Höhe befindet, muss irgendwer mit dem Bootsmannstuhl da hoch gezogen werden, um sich das ganze mal anzusehen. Aus irgendwelchen Gründen halten es Helmut und Sven für die beste Idee mich dort hoch zu schicken. Gesagt getan! Ich schnappe mir den Bootsmannstuhl und lege ihn an. Ausgestattet mit diversen Schraubendrehern geht es aufwärts. Über die Elektrowinsch werde ich am Spiefall hochgezogen. Meine Füße verlassen den Boden und es fängt an im Bauch zu kribbeln. Ich schaue zuerst nur nach oben zu meinem Ziel, um die Nervosität in Schach zu halten. Als ich mich mit den Füßen auf der ersten Saling abstützen kann, fühle ich mich schon etwas sicherer und wage den Blick in die Ferne. Der Ausblick ist fantastische! Die kleine Marina ist von hier locker zu überblicken. Doch am beeindruckendsten ist der Blick, der sich über die Kaimauer hinweg eröffnet. Man kann von hier aus das Meer in seiner ganzen Weite überschauen und auch das angrenzende hügelige Küstengebiet sehen. In einem Nachbarort reihen sich die Häuser an einem Hang aneinander und oben befindet sich eine Moschee. Es ist einfach wunderschön.

Die Arbeit hier oben ist zum Glück schnell getan. Die Birne hat einen Wackelkontakt und ich setze sie erst einmal durch Klopfen wieder Instand. Zum Beweis macht Sven natürlich noch ein paar Fotos von mir. Ich habe mittlerweile echt Spaß hier oben und auch unsere Bootsnachbarn schauen belustigt zu mir hoch. Nach 10 Min. hat mich der Boden auch schon wieder.



Um 20 Uhr sieht unser Resümee des Tages so aus: ES HAT VIEL GEKLAPPT! Wir sind absolut zufrieden mit unserer Tagesleistung und beschließen uns mit einem schönen Abendessen im Ort zu belohnen.
zufriedener Skipper

zufriedene Crew

 

Im türkischen Imbiss schlagen wir uns die Bäuche mit typisch türkischen Spezialitäten, wie Reis, Kichererbsen und Köfte voll. Dabei besuchen uns eine Katze und ein schwangerer Hund erneut, die wir schon in den beiden Tagen zuvor „kennen gelernt“ haben. Vor allem Edith kann es sich nicht nehmen lassen, den armen Tierchen etwas von ihrem Essen abzugeben. Danach geht es zum Bistro direkt nebenan, das von Bulgaren geführt wird. Hier hatten wir am Abend zuvor lecker zu Abend gegessen und wollten nun hier noch einen Tee und absolut köstliche und natürlich zuckersüße Baklavar zu uns nehmen. Der Besitzer freut sich schon uns zu sehen und empfiehlt uns 3 verschiedene andere Desserts zu probieren. Was nun zum Tisch gebracht wird, lässt schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammen laufen. Als erstes gibt es eine Art lockeres Gebäck, dass in Milch getränkt ist und mit einer dünnen Karamellschicht überzogen ist. Das zu essen ist schon eine Art neues Erlebnis im Mund und schmeckt einfach nur gut. Dann gibt es noch zwei verschiedene Desserts, die an Pudding erinnern. Einmal mit Kokosgeschmack und einmal in Schokolade. Beides ist einfach ein Gedicht und lässt unsere Gaumen tanzen. Wir vier ….. vor Entzückung und auf unseren Gesichtern zeichnet sich ein Ausdruck tiefer Zufriedenheit ab. Jetzt können wir zum Boot rollen und wir werden sicher alle gut schlafen.

Die Vorfreude steigt. Morgen soll es dann um 0800 endlich losgehen. Die Fahrt nach Marmara steht an!


Während die Sonne untergeht, ist bereits der Mond zu sehen.





29.06. - Ein Tag Istanbul


Den ersten vollen Tag in der Türkei nutzen Sven und ich, um uns einen Eindruck von Istanbul zu verschaffen. Nach der Rückgabe unseres Mietwagens am Atatürk Flughafen wollen wir uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg in die Stadt machen und auch so später nach Güzelce kommen.

Am Flughafen gibt es eine Metrostation und wie wir vorher im Reiseführer gelesen haben, muss man ein Jeton oder eine Istanbul-Karte erwerben, um damit zu fahren.

Wir entscheiden uns zunächst dafür, einen Jeton zu kaufen. Erst dann verstehen wir, dass es doch günstiger wäre eine Istabul-Karte zu nehmen, die zwar etwas Pfand kostet, womit die Einzelfahrten aber günstiger sind. Als wir noch halb verwirrt überlegen, wie wir jetzt weiter vorgehen, drückt mir ein Mann eine Istanbul-Karte in die Hand: Die könnten wir behalten, deutete er. Was für eine nette Geste und auf dieser Karte war sogar noch Geld geladen. Was für ein toller Start in die Entdeckung der Stadt.

Unsere erste Station ist Sultanahmet. Dort findet man die Hagia Sophia, die Blaue Moschee und einige kleine Basars. Die Hagia Sophia sehen wir uns zuerst an. Wir nehmen uns einen Audio-Guide und lassen uns viel Zeit uns dieses beeindruckende Bauwerk anzusehen.
Hagia Spohia und Blaue Moschee auf einen Blick

Hagia Sophia - Blick von der Galerie

Drei Eingänge in das Hauptschiff

12 Mamorkreise symbolisieren die 12 Apostel

Im Anschluss schlendern wir etwas durch die Gassen. Wir entdecken dabei zwei Basars und viele nette Restaurants.
 Wir beschließen, in einem kleinen Straßenrestaurant etwas zu essen.
Im Straßenrestaurant mit der Blauen Moschee im Hintergrund
Danach sehen wir uns die Galatabrücke an. Wir suchen uns eine schöne Bar unter der Brücke und gönnen uns ein kühles Efes. Wir haben einen tollen Ausblick auf das Goldenen Horn und den Galataturm.


Da die Rückreise nach Güzelce einige Zeit in Anspruch nehmen wird, begeben wir uns langsam auf den Weg. Leider ist uns nicht mehr im Gedächtnis, von wo aus der Bus nach Güzelce fährt. Nach ein paar Stationen mit der Metro versuchen wir an einer Art Busbahnhof vergeblich Informationen zu bekommen. Die Busfahrer sind zwar sehr freundlich, doch durch die Sprachbarriere können wir nichts Hilfreiches in Erfahrung bringen. Leider finden wir auch kein frei zugängliches W-Lan-Netz, dass wir für unsere Fragen zu Rate ziehen könnten.

Ich habe die Idee zum Atatürk Flughafen zu fahren, denn meine Vermutung ist, dass wir von dort aus sicher eine Verbindung zu unserer Marina bekommen, doch Fehlanzeige. Der „Otobus Parki“ entpuppt sich als einfacher Parkplatz und nicht als Busbahnhof. Mist! Zum Glück ist dort eine kleine Station der Verkehrspolizei. Wir gehen auf die Gruppe zu, die davor sitzt und fragen, ob uns jemand erklären könnte, wir wir nach Güzelce gelangen. Nachdem die Jungs endlich verstanden haben, wo wir hin wollen, sagen sie uns, dass das nur mit dem Taxi möglich sei. Ernüchtert und etwas frustriert unternehmen wir einen letzten Versuch direkt im Flughafen an Informationen zum öffentlichen Verkehrsnetz zu gelangen. Recht schnell finden wir die Touristen-Information, doch wie das Schicksal so will, ist diese natürlich geschlossen. Mittlerweile ist es nach 18 Uhr und von Helmuts Erzählungen wissen wir, dass die Rückfahrt mit dem kleinen Bus locker 1h45 Min. dauern wird. Wir studieren die Pläne der öffentlichen Verkehrsmittel für Istanbul, die an der Touristen-Information ausliegen, doch die Fragezeichen über unserem Kopf werden immer größer. Dann spricht uns ein Mitarbeiter vom benachbarten Car-Rent- Lädchen an, ob er helfen könne. Zum Glück spricht er recht verständliches Englisch. Wir fragen ihn zunächst, ob er Güzelce kenne, denn der Ort eine Autostunde von Istanbul entfernt, scheint ja nicht gerade bekannt zu sein. Er lacht, was wir zunächst nicht richtig deuten können. Lacht er, weil er den Ort nicht kennt, oder weil er weiß, was für eine Fahrt uns noch bevorsteht? Doch, doch, er kenne Güzelce, denn er wohne in einem Nachbarort dieser Stadt. Doch er würde schon viele Jahre am Flughafen arbeiten und wir wären die ersten, die ihn nach dieser Stadt fragen würden. Wir erklären, dass „unser“ Boot dort in der Marina liegt und wir in den nächsten zwei Tagen dort abreisen würden. Er bittet uns um etwas Geduld und setzt sich hinter den PC. Er findet tatsächlich die richtige Verbindung für uns und erklärt uns den Weg zum Busbahnhof. Voller Erleichterung bedanken wir uns herzlich. Es bestätigt sich ein weiteres Mal, dass die türkischen Landsleute absolut hilfsbereit sind.

Der restliche Rückweg ist nicht komfortabel, aber günstig. Für nur 7 TL fahren wir bei gute zwei Stunden von Istanbul nach Güzelce. In einem kleinen Restaurant dort treffen wir uns dann mit Helmut und Edtih und lassen uns ein schönen Abendessen schmecken. Als wir endlich am Boot ankommen, sind wir einfach nur noch k.o..




Dienstag, 30. Juni 2015

27.06./28.06. Anreise Istanbul (Anna&Sven)

Der Tag unserer Abreise lief alles andere als gut. Nachdem unsere Reise schon in der vorherigen Woche auf der Kippe stand, stellt uns nun die Gesundheit unserer Katze auf eine harte Probe. Nach Absprache mit all unseren Katzensittern beschließen wir aber doch die Reise anzutreten.

Völlig fertig fahren uns Svens Bruder Jan und seine Frau Christiane gegen 15 Uhr zum Flughafen Düsseldorf. Nachdem das Personal am Gepäckschalter sehr freundlich und sehr aufmerksam war, bessert sich unsere Laune langsam. Dann noch ein Gläschen Sekt zum Abschied von Jan und Christiane und die Sonne scheint für uns schon etwas heller. Da ist es leicht zu ertragen, dass u.a. das neue Funkgerät für die Seahorse, welches in meinem Handgepäck verstaut war, auf Sprengstoff untersucht wird.
Die erste Reiseetappe heißt Berlin, wo wir unseren Aufenthalt über Nacht bei unseren Freunden Geli und Lutz verbringen dürfen. Am Morgen ist Lutz sogar so nett, uns zum Flughafen zu fahren. Das bringt uns 45 Min. mehr Schlaf in einer eh sehr kurzen Nacht. Auch diesmal läuft am Flughafen alles reibungslos und so können wir entspannt in das Abenteuer 'Segeln in der Türkei' starten. 

Fast pünktlich startet unsere Maschine um 06.30 Uhr und müde wie wir sind, verschlafen wir fast den ganzen Flug. Um ca. 10 Uhr Ortszeit kommen wir dann in Istanbul an und alles läuft ohne langes Warten ab. Weiter geht es zur Autovermietung, bei der wir uns einen Kleinwagen für einen Tag gemietet haben, um problemlos nach Güzelce zu kommen und noch etwas einkaufen zu gehen. 
Schon am Schalter sind wir erstaunt, dass wir einen Mercedes bekommen sollen und als uns dieser gebracht wird, staunen wir nicht schlecht. Unser Mietwagen in „Poloklasse“ ist ein ganz neuer CLA mit einer tollen Ausstattung. Auch wenn Sven von Haus aus absolut kein Mercedes-Freund ist, ist auch er sehr angenehm überrascht; so lässt es sich gut von Asien nach Europa fahren. 


Das Navi mit den richtigen Daten gefüttert, machen wir uns auf die Fahrt nach Güzelce und zwar einmal quer durch Istanbul.
Istanbul, die Mega-City schlechthin. 18 Millionen Einwohner, ein riesiger Wolkenkratzer neben dem anderen und die Stadt scheint kein Ende zu nehmen. Wir sind beeindruckt. An vielen Stellen weht ganz selbstverständlich die türkische Flagge. Der Fahrstil der Istanbuler scheint halsbrecherisch. Nicht nur einmal denke ich, dass es diesmal nicht passt, aber es passt doch.
Zum Glück ist es Sonntag, so haben wir zumindest keinen Stau, auch wenn die Straßen trotzdem recht voll sind. Natürlich kommt auch direkt die Kamera zum Einsatz und ich versuche diese Eindrücke aus dem Auto heraus festzuhalten.


Nach 1 ½ Stunden erreichen wir die Marina. Sofort stellt sich eine Art Glücksgefühl ein. Obwohl wir beide die Marina noch nicht kennen, fühlen wir uns direkt willkommen. Die Bootsnachbarn schauen neugierig und grüßen freundlich. Die Seahorse liegt immer noch gut vertäut da. Nun beginnen die üblichen Vorbereitungen; Landstrom anschließen, Gepäck aufs Boot bringen und verstauen, Betten beziehen. Der freundliche Nachbar hilft mir das schwere Gepäck an Bord zu bringen. Sven legt sich zwischendurch eine halbe Stunde hin.
Dann fahren wir los, um schon mal ein paar Einkäufe zu machen. Wir finden sofort einen kleinen Platz, an dem vieles zu bekommen ist. Ein kleiner Supermarkt mit den wichtigsten Lebensmitteln, ein Obsthändler und ein Kiosk mit einer ganzen Truhe voller kaltem Efes. Davon hatte Helmut schon erzählt. Alle Leute schauen uns interessiert an; hier scheinen nicht oft ausländische Touristen zu sein. Aber jeder ist sehr freundlich und hilfsbereit. So langsam stellt sich so richtig das Urlaubsgefühl ein. Nun warten wir noch auf Helmut und Edtih, die mit ca. 1 Stunde Verspätung am Atatürk Flughafen ankommen und von einem bestelltem Taxi abgeholt werden. Wir begrüßen sie mit einem kühlen Efes und man meint, dass der Abend so in Ruhe ausklingen könnte.
Falsch gedacht! Sven beginnt schon mal die problematische Schraube am Getriebe auszutauschen und ich helfe ihm. Dabei stelle ich mein kühles Efes auf den Navigationstisch und kippe es prompt um....aaaahhhh, das musste jetzt natürlich sein. Ich mache mich daran, den Schaden in Grenzen zu halten und säubere verärgert alles. Kaum bin ich damit fertig, höre ich von draußen Edith quietschen. Ein Vogel hatte sich auf das Boot erleichtert und alles getroffen, was sich im Cockpit befand. Darunter nicht nur die Sitzauflagen sondern auch Helmuts Reisepass und Mobiltelefon! Alles riecht nach Salzwasser und Fisch; vor allem nach Fisch. Wir machen uns daran diese riesige Sauerei weg zu machen. Während Edith und ich im Boot den Pass, das Telefon und noch andere Dinge vom Vogelschiss befreien, machen Sven und Helmut draußen das Deck sauber. Dabei benutzen sie natürlich den Wasserschlauch, bedenken aber nicht, dass die Fenster an Bord noch geöffnet sich. So setzten sie die beiden Heckkabinen unter Wasser. Das hat um 10 Uhr abends auch noch gefehlt. Nachdem wir das nun alles doch endlich beseitigt haben, geht es endlich zum Abendessen ins Dorf und wir schlagen uns die Bäuche mit Köfte voll. So ist der Abend dann doch noch gerettet und wir fallen alle müde in unsere Kojen.